Blasinstrumente
Tulum
Tulum: Ein für die Schwarzmeerregion typisches Blasinstrument mit einem Luftsack aus Ziegenfell. Der Dudelsack der östlichen Schwarzmeerküste, besonders der Hochweiden von Rize, Artvin und Trabzon; er wird bei Horon-Tänzen und Almfesten gespielt.
Kurz gefasst
- Familie: Blasinstrument mit einfachem Rohrblatt und Luftsack (Dudelsackfamilie)
- Korpus und Material: Sack aus Zicklein-, Ziegen- oder Lammfell; Anblasrohr und doppelrohrige Spielpfeife namens Nav
- Grifflöcher: Die zwei Rohrpfeifen des Nav liegen nebeneinander; Zahl der Löcher je nach Region (in Hemşin je fünf)
- Spielweise: Der Sack wird durch Blasen gefüllt und mit dem Arm gedrückt, sodass der Ton ununterbrochen klingt
- Regionen: Rize, Artvin (Hemşin, Pazar), Trabzon, Erzurum, Kars, Ardahan, Bayburt, Gümüşhane
- Musik: Horon, Feste auf den Hochweiden; Volksmusik der Lasen, Hemşinli und Pontosgriechen
- Andere Namen: Lasisch Guda; Tulum zurna, Tulum düdük; sein thrakischer Verwandter ist die Gayda
- 16.–17. Jahrhundert: Evliya Çelebi nennt sie Tulum düdüğü; beschrieben als Rohrblattinstrument mit Lederbalg, das russische Hirten spielten[1, 2, 3]
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Geschichte
Der Dudelsack der östlichen Schwarzmeerküste, besonders der Hochweiden von Rize, Artvin und Trabzon; er wird bei Horon-Tänzen und Almfesten gespielt.
Bauweise
An einen Luftsack aus Zicklein- oder Ziegenleder ist eine Spielpfeife aus zwei parallelen Röhren mit einfachen Rohrblättern angesetzt; dazu kommt ein Anblasrohr.
Spielweise
Der Spieler füllt den Sack durch Blasen und drückt ihn mit dem Arm, um den Ton ohne Unterbrechung zu halten; die beiden Röhren spielen die Melodie gemeinsam.
Stellung in der Makam-Musik
Er spielt Schwarzmeer-Melodien mit kurzen, flinken Verzierungen; seine Skalen stehen meist Hüseynî und Uşşak nahe.
Für den Anfang: Arten, Maße, Stimmung
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Meister auf Aufnahmen
Wer dieses Instrument auf Aufnahmen der Werke im Notenarchiv spielt (MusicBrainz).
Häufige Fragen zum Tulum
Was ist der Unterschied zwischen Tulum und Gayda?
Beide sind Instrumente mit Luftsack, doch der Schwarzmeer-Tulum hat keine eigene Bordunpfeife: Die Spielpfeife (Nağmelik) aus zwei parallelen Rohren liefert sowohl die Melodie als auch den Begleitton. Die Gayda Thrakiens und des Balkans hat dagegen neben der Melodiepfeife eine eigene Bordunpfeife, die ununterbrochen einen einzigen Ton gibt. Auch Klang und Spielweise unterscheiden sich.
In welcher Musik wird der Tulum gespielt?
Er wird bei den Almfesten, Hochzeiten und Horon-Tänzen der östlichen Schwarzmeerregion gespielt, besonders in Rize, Artvin und Trabzon. Schnelle, reich verzierte Melodien und Horon-Rhythmen bilden sein eigentliches Repertoire. Auch in der Musik der Hemşin und Lasen hat er einen wichtigen Platz; zusammen mit der Kemençe gilt er als eines der beiden Hauptinstrumente der Region.
Wie erzeugt der Tulum einen ununterbrochenen Ton?
Der Spieler füllt den Sack über das Anblasrohr und presst mit dem Arm auf den Sack, um die Luft in die Spielpfeife zu leiten. Da die Luft im Sack auch beim Einatmen weiterströmt, reißt der Ton nicht ab. So läuft die Melodie auf dem Tulum ohne Atempausen durch; die Noten werden durch Fingerschläge und Verzierungen voneinander getrennt.
Ist Tulum schwer zu lernen?
Gleichmäßigen Druck auf den Sack zu geben und Atem und Armdruck aufeinander abzustimmen, erfordert Gewöhnung. Auch die Einstellung der Rohrblätter und die Pflege des Ledersacks gehören zum Tulum-Spiel. Die Verzierungen in schnellen Horon-Melodien verlangen lange Übung. Die meisten Spieler lernen von regionalen Meistern durch Zuhören und gemeinsames Spielen.